Beschreibung Das Fest der Heiligen Familie wird in der Weihnachtsoktav gefeiert und in der Regel am ersten Sonntag nach Weihnachten begangen. Es stellt das Zusammenleben Jesu, Marias und Josefs in den Mittelpunkt und lädt zur Besinnung auf das Leben in der Familie ein.
Das Fest richtet den Blick auf das Unscheinbare, das Alltägliche, in dem Gott Mensch geworden ist. Nicht im Ausserordentlichen, sondern im Gewöhnlichen wächst das Heil heran: in einer Familie, die arbeitet, sorgt, fragt, sucht und manchmal auch nicht versteht.
Maria und Josef stehen dabei für zwei Grundhaltungen des Glaubens. Maria bewahrt und erwägt im Herzen: Sie lebt aus der kontemplativen Offenheit für das Geheimnis Gottes, auch dort, wo sie es nicht auflösen kann. Josef handelt im Gehorsam des Glaubens: schweigend, entschlossen, verantwortungsvoll. Beide zeigen, dass Glaube weder blosses Verstehen noch blosses Tun ist, sondern ein Hören, das das ganze Leben formt.
Für die heutige Zeit ist das Fest tröstlich und anspruchsvoll zugleich. Tröstlich, weil die Heilige Familie keine konfliktfreie Idylle ist: Flucht, Armut, Ungewissheit und Verlust gehören zu ihrer Geschichte. Anspruchsvoll, weil sie zeigt, dass Heiligkeit sich gerade im treuen Ausharren, im gegenseitigen Dienen und im gemeinsamen Ausgerichtetsein auf Gott vollzieht.
So lädt dieses Fest ein, Familie nicht zuerst funktional oder romantisch zu deuten, sondern sakramental: als Ort, an dem Gott gegenwärtig ist und Menschen einander formen. Nazareth lehrt, dass das Heil oft leise kommt, aber tragfähig für unser Leben, ja die ganze Welt.
Nach dem Gottesdienst werden die Familien gesegnet.