Publiziert von: Redaktion Webseite
Bereitgestellt: 13.04.2026

SF Heilige Messe zum Hochfest der Erscheinung des Herrn (plus livestream)

Drei Könige (Foto: pixabay)
Am 6. Januar (oder an einem Sonntag zwischen dem 2. und 8. Januar) feiert die Kirche das Hochfest der Erscheinung des Herrn, die Epiphanie. Epiphanie ist nicht bloss ein „Nachtrag zu Weihnachten“, sondern die Vollendung der Inkarnation in der Offenbarung. Gemeint ist damit das Offenbarwerden der göttlichen Würde Jesu Christi. Dieses Offenbarwerden zeigt sich nach alter kirchlicher Überlieferung in drei entscheidenden Ereignissen seines Lebens, die alle mit diesem Festkreis verbunden sind: im Besuch der Weisen aus dem Osten, in der Taufe Jesu im Jordan und im ersten Wunder bei der Hochzeit zu Kana.

Der eigentliche Festinhalt des 6. Januar ist die Anbetung des Kindes durch die Weisen, weshalb dieser Tag im Volksmund auch „Heilige Drei Könige“ genannt wird. Diese Männer, die Jesus ihre Verehrung und kostbaren Gaben darbrachten, stammen vermutlich aus dem Raum Babyloniens. Dort hatte die Sternkunde eine jahrhundertelange Tradition. Auch wenn Babylon zur Zeit Jesu politisch an Bedeutung verloren hatte, blieb es ein geistiges Zentrum der Himmelsbeobachtung.

Indem Gott den Weisen aus Babylon durch den Stern die Geburt des Erlösers kundtat, wurde Christus symbolisch der gesamten Welt offenbart. Allen Völkern, nicht nur Israel, auch wenn inzwischen Rom das letzte Weltreich repräsentierte. Die Weisen stehen also für die Heidenchristen, die Jesus als den neuen König erkannt haben.

Auch ausserbiblische Zeugnisse aus dem Zweistromland sprechen von der Erwartung eines Friedensfürsten im Westen. So machten sich die Weisen auf den Weg nach Jerusalem, dem Sitz des jüdischen Königs. Dort erfuhren sie aus der Schrift, dass der Messias in Bethlehem geboren werden sollte. Vom Stern geleitet, fanden sie schliesslich Maria und das Kind, warfen sich nieder und brachten ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Wieviele Weisen es waren, erfahren wir in der Bibel nicht. Doch schon Anfang des 3. Jahrhunderts spricht der Theologe Origenes wegen der drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe von drei Männern. Noch etwas früher finden wir den ersten Hinweis auf die Sterndeuter als Könige. Tertullian, ein Theologe und Kirchenschriftsteller, hört gleich zwei alttestamentliche Texte mit, wenn er die Erzählung von den Weisen liest: „Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben." (Psalm 72,10) Und: „Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. ... Zahllose Kamele bedecken dein Land, Dromedare aus Midian und Efa. Sie alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn." (Jesaja 60,3.6)

Die kirchliche Legende gibt ihnen die bekannten Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Diese Namen tragen jeweils eine symbolische Bedeutung. Auffällig ist dabei besonders der Name Balthasar, der auch im Alten Testament sowohl einem gottlosen babylonischen Herrscher als auch dem Propheten Daniel verliehen wird. Dies ein Hinweis auf Gericht und Erwählung zugleich.

Die Gaben der Könige werden traditionell unterschiedlich zugeordnet. Zugleich stehen die drei Könige für die damals bekannten Erdteile und für die Universalität des Heils: Afrika, Europa und Asien bringen Christus ihre kostbarsten Güter dar. Ebenso verkörpern sie die verschiedenen Lebensalter des Menschen – Jugend, Reife und Alter –, die gemeinsam vor Christus treten, um ihn anzubeten.
So wird in der Epiphanie sichtbar: Christus ist nicht nur der König Israels, sondern der Herr aller Zeiten, Völker und Lebensalter.

Am Samstag und Sonntag werden in der Hl. Messe Dreikönigs-Päckli mit Türkleber, Kreide, Weihrauchkörner und Kohle zum Mitnehmen gesegnet. Beigelegt ist auch ein Vorschlag für eigene Haussegnung zu Hause sowie Erklärungen zu diesem schönen Brauch. Das Segenszeichen an der Haustür (20*C+M+B+27) bedeutet „Christus Mansionem Benedicat“ (deutsch: Christus segne dieses Haus).