Beschreibung An Allerseelen (immer der 2. November) gedenkt die Kirche aller Verstorbenen, die noch der Reinigung bedürfen. Also jener, die noch nicht zur vollen Anschauung Gottes gelangt sind.
Während an Allerheiligen (1. November) die Vollendeten in der Herrlichkeit Gottes gefeiert werden, richtet Allerseelen den Blick auf die Armen Seelen im Fegefeuer. Es handelt sich um eine Theologie der communio sanctorum: Die Kirche der Pilgernden (wir auf Erden), die Kirche der Vollendeten (Heilige im Himmel) und die Kirche der Läuterung (Seelen im Purgatorium) sind miteinander verbunden.
Wesentlich sind:
Fürbitte und Gebet für die Verstorbenen: Messen, Gebete, Ablässe. Die Lebenden können durch ihr Gebet, ihre Opfer und besonders durch das heilige Messopfer den Verstorbenen Hilfe bringen.
Hoffnung auf die Auferstehung: Allerseelen erinnert uns an die Verheissung, dass die Toten auferstehen werden.
Memento mori: Der Tag ruft auch uns zur Besinnung über unser eigenes Leben und Sterben, und zur Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott.
Liebe, die den Tod überwindet: Durch das Gebet bleibt die Beziehung zu den Verstorbenen lebendig.
Theologisch gründet sich das Fest auf die Überzeugung, dass die Gnade Christi stärker ist als unsere Schuld, aber dass die Heiligung des Menschen oft noch einen Reinigungsprozess erfordert. Thomas von Aquin betont, dass die Lebenden durch ihre Werke der Barmherzigkeit an diesem Reinigungsprozess mitwirken können.
Die Feier des Allerseelentages am 2. November geht auf den heiligen Abt Odilo von Cluny zurück; er hat diesen Gedenktag in allen von Cluny abhängigen Klöstern eingeführt. Das Dekret Odilos vom Jahr 998 ist noch erhalten. Bald wurde der Allerseelentag auch ausserhalb der Klöster gefeiert.